BEAUTY GREEN LIFESTYLE

Nachhaltige & natürliche Haarpflege

Vor drei Jahren habe ich begonnen die Produkte im Badezimmer nachhaltiger und natürlicher auszuwählen. Um Plastikmüll zu vermeiden, aber auch um meine eigene Gesundheit zu schützen. In meinem Artikel von Oktober 2018 lest ihr, welche Artikel ich damals verwendet habe und auch wie leicht oder schwer die Umstellung für mich war. Ein nachhaltiger Lifestyle ist ein andauernder Prozess und darum möchte ich euch ein kleines Update zu meinen Produkten im Badezimmer geben. 

Das ihr die meisten Produkte in meinem Online Shop Lill’s Organic Body Store findet, ist natürlich kein Zufall, sondern zeigt euch vielmehr, dass ich das was wir im Shop verkaufen auch selbst verwende. Meistens schon bevor ihr sie dort findet, denn ich teste alles bevor es dort landet. Ich probiere darum sehr viel aus und wenn ihr heute in mein Badezimmer schauen würdet, würdet ihr sicher einige Produkte finden, die ihr noch nicht aus dem Shop kennt. Aber nicht alle Produkte die ich teste überzeugen mich und schaffen es auch in den Shop. In diesem Artikel zeige ich euch die Produkte, die ich für meine Haare aktuell am liebsten verwende.

Vorab möchte ich Dir aber noch zwei Punkte mitgeben, die Dich vielleicht noch mehr darin bestärken Deine Haarpflege natürlicher und nachhaltiger zu gestalten. 

DEINE GESUNDHEIT

Viele Haarpflege Produkte enthalten Silikone, Mikroplastik, Konservierungsstoffe und künstliche Duftstoffe.  Diese sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für Deine Gesundheit. 

Silikone (Polymere) sind aus Erdöl gewonnene Kunststoffe, welche sich wie eine feine Schicht um die Haare legen. Sie haben eine abdichtende und versiegelnde Wirkung und sorgen für sofortigen Glanz, da das Licht besser reflektiert, und ein seidenweiches Gefühl. Das klingt erstmal verlockend, man muss aber auch wissen, dass die Haare dadurch zwar vor Umwelteinflüssen geschützt sind, aber auch sonst nichts mehr an Deine Haare heranlassen. Feuchtigkeit kann nicht mehr eindringen und umso mehr Silikonschichten auf Deinem Haar liegen, desto schwerer wird es. Durch den Ausschluss von Feuchtigkeit wird es dann auch irgendwann stumpf und spröde. 

Zudem verschließen die Silikone nicht nur Deine Haare, sondern auch die Kopfhaut. Die Kopfhaut ist ein Entgiftungsorgan, welches Schweiß und Schadstoffe über die Poren ausscheidet. Wird dieser Prozess durch Silikone verhindert, kann es zu einer gereizten, juckenden und schuppigen Kopfhaut kommen. Und aus einer ungesunden Kopfhaut, wachsen auch keine gesunden Haare mehr. 


UNSERE UMWELT

Silikone enthalten auch Mikroplastik, welches mit jeder Haarwäsche ins Abwasser und damit in unseren ökologischen Kreislauf gerät. Mikroplastik wird in unseren Kläranlagen nicht herausgefiltert, da die dazu nötige vierte Reinigungsstufe noch nicht eingeführt wurde. Das bedeutet das Mikroplastik aus Deiner Haarpflege landet unter anderem auch in unserem Trinkwasser. Die Aufnahme von Mikroplastik kann unter anderem zu Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit führen. 

Hinzu kommt der Verpackungsmüll. 

Wenn eine Shampoo-Plastikflasche 1 Monate ausreicht, dann entsteht nur durch Shampoo, in Deutschland ein Müllberg von 80 Millionen Plastikflaschen pro Jahr. Rechnen wir Conditioner und Duschgel dazu, kommen wir hier schnell auf über 200 Millionen Plastikflaschen im Jahr – nur in Deutschland! 

Ich verwende nun seit 3 Jahren keine Shampoo mehr, das in Plastikflaschen verpackt ist. Damit habe ich meinen Müll um ca. 36 Plastikflaschen reduziert. Das klingt erstmal wenig, aber wenn das nur 10% der Deutschen so machen würden, wären das 10 Millionen Plastikflaschen pro Jahr, die die nicht im Müll oder gelben Sack landen. Da macht einen großen Unterschied, denn weniger als 20% unseres gelben Sackes wird wirklich recycelt. Der Rest wird verbrannt oder wird exportiert und landet dann auf illegalen Mülldeponien oder im Meer. Ja, auch unser deutscher Müll landet im Meer. Es ist traurig, aber leider die Realität. Und so lange unsere Regierung nichts unternimmt, bleibt es an uns als Konsumenten uns zu handeln und ein Teil der Verantwortung zu tragen.

Ganz schön unsexy oder?
Für mich auf jeden Fall Gründe genug, um meine Haarpflege natürlicher und nachhaltiger zu gestalten. Wie ich das mache, was für mich funktioniert und was nicht, hab ich hier nun einmal zusammengefasst: 

Shampoo 

Seit 3 Jahren verwende ich nun festes Shampoo. Hier habe ich wirklich sehr viel getestet und muss sagen, dass hier für mich auch fast alles wirklich gut funktioniert hat, außer mein Versuch zurück zu einem flüssigen Shampoo zu wechseln. Ich hatte hier eine Marke entdeckt, die ich für den Shop spannend fand, hab aber nach 3 Wochen aufgegeben. Meine Haare wurden zwar weich, verloren aber ihren Griff und an Volumen. Nicht ideal, wenn man wie ich dünnes und nicht so viel Haar hat. 

Nach 3 Jahren kann ich sagen, das ich feste Haarseife nicht mehr nur aus Umweltschutzgründen nutze, sondern auch weil es für meine Haare besser funktioniert. Früher habe ich meine Haare fast täglich gewaschen, mittlerweile reicht es, wenn ich sie 3 Mal die Woche mit Seife wasche. An den übrigen Tage verwende ich nur Wasser oder wasche sie gar nicht.

Für meine kaum fettenden und eher etwas trockenen Haare nutze ich nun seit mehreren Monaten diese Haarseife und liebe sie: Haarseife No. 2 | Reichhaltige Pflege von SOHO NATURKOSMETIK

Die Umstellung auf feste Haarseife war nicht ganz so einfach wie ich es mir gewünscht hätte. Hoch motiviert den Plastikmüll in meinem Badezimmer zu reduzieren, habe ich mein altes Shampoo erste aufgebraucht und dann die feste Haarseife verwendet. Es war furchtbar und ich bereute kurz, dass ich das alte bereits aufgebraucht hatte. Meine Haare waren schon beim Waschen völlig struppig und ich wünschte mir einen Conditioner, den ich aber nicht hatte. Das Kämmen danach war unangenehm, ich kam mit der Bürste kaum durch. Auch geföhnt war das Ergebnis alles andere als schön. Meine Haare fühlten sich ein wenig speckig und steif an. Ich machte mir einen Zopf und hoffte dass es besser werden würde. Und das wurde es auch. Nach ca. einer Woche fühlten sich meine Haare wieder normal an und ich hatte keine große Mühen mehr beim kämmen. Nach 2 Wochen wurde ich belohnt und meine Haare waren weich und griffiger als zuvor, was besonders bei so feinem Haar wie meinem ein schönes Ergebnis ist. 

Nach einem Monat probierte ich eine andere Haarseife und wusste gleich: „das wird nichts mit uns!“. Ich habe sie als Handseife verwendet und wagte mich erfolgreich an eine neue Haarseife. Rückblickend weiß ich, das nicht jede Haarseife für jeden funktioniert, probiere darum verschiedene aus, dann wirst Du sicher eine finden die für Dich passt!

Schon nach wenigen Wochen hatte ich weniger fettige Haare und sie fühlten sich gesund an. Bis ich einige Monate später zum Friseur ging. Er lobte mich noch, wie gesund meine Haare seien und dann kam das flüssig Shampoo zum Einsatz… Danach durchlebte ich den ganzen Umstiegs-Prozess noch einmal, diesmal hörte ich aber auf den Rat meiner Mutter und versuchte es mit Apfelessig als Conditioner. „Meine Haare sind doch keine Salat“ sagte ich immer und war kritisch, weiß es heute aber besser. 

Tipp für die Umstellung und für Zwischendurch als Conditioner:

Apfelessig im Verhältnis 1:4 mit Wasser mischen und nach dem Waschen über die Haare gießen. Ausspülen. Fertig. Der Geruch verfliegt in wenigen Minuten. Das Haar ist weich, kämmbar und von Rückständen befreit. Mache ich nun nur noch selten, z.B. nach einem Friseurbesuche um die Chemie aus meinen Haaren zu bekommen. In den ersten Wochen der Umstellung kannst Du das aber ruhig täglich machen, es wird Dir die Umstellung sehr viel leichter machen. Du kannst auch eine Sprühflasche verwenden und den Apfelessig (ebenfalls verdünnt) nach dem Waschen auf die nassen Haare sprühen, ohne sie auszuwaschen. Funktioniert genauso gut und auch hier verfliegt der Geruch wirklich schnell.

Wer sich gar nicht auf die feste Haarseife einstellen kann, der findet bei uns im Shop übrigens auch flüssiges Shampoo in der Glasflasche! Es gibt keine Ausreden mehr für Plastikflaschen! 😉 

Weitere natürliche Alternativen sind Roggenmehl oder Haarpulver. Roggenmehl habe ich noch nicht getestet. Haarpulver hab ich probiert und war auch zufrieden, für mich ist die Anwendung von Pulver in der Dusche aber nicht optimal. Irgendwie endetet dass immer ein einer großen Sauerei! 

Conditioner

Einen festen Conditioner von dem ich wirklich überzeugt bin, habe ich bisher nicht gefunden. Und glaubt mir, ich hab wirkliche viele getestet. Das einzige das mich überzeugt hat, sind die Conditioner Würfel von Beauty Kubes. Davon gibt es auch Shampoo-Würfel und beides ist perfekt für Reisen. Vor allem für kurze Tripps hab ich die immer dabei. Am besten funktionieren die Conditioner-Würfel, wenn man vorher auch die Shampoo-Würfel verwendet. Die beiden funktionieren am besten im Team.

Tipp zur Aufbewahrung von Seifen

Eine Herausforderung haben lose Seifen im Bad – wohin damit und wie trocknen sie wieder, ohne dass eine tropfende Seifensuppe entsteht. Ich hab da einiges ausprobiert. Schwämme, Keramikschalen, Seifenablagen aus Olivenholz, für mich hat nichts richtig funktioniert. Dann hab ich die Magnetseifenhalter aus Olivenholz entdeckt und liebe sie! Für mich die perfekte Lösung! Die Seifen liegen damit nicht im Wasser, trocknen schnell und es gibt keine Schale die ich alle 3 Tage putzen muss.

Haarspray

Ohne Haarspray wird es schwierig bei meinen Haaren, darum war das auch lange ein Produkt, bei dem ich keine nachhaltige Alternative hatte und auch jetzt verwende ich Zweierlei. „Normales“ Haarspray für den Fall, dass ich meine Haare offen trage und sie nur etwas stabilisieren will und das nachhaltige Haarspray in einer Glasflasche von „Fair Squared“ wenn ich einen Zopf mache und kurze und abstehende Haare fest fixieren will. Für den Einsatz an offenen Haaren ist es mir zu „fest“, aber für meinen Zopf, den ich zu 95% trage, funktioniert es super! Gel oder Wachs ist keine Option für mich. Hab es versucht, aber dann lieber ohne. 

Trockenshampoo

Ich liebe Trockenshampoo schon ewig, aber nicht weil ich so oft zu faul bin meine Haare zu waschen, sondern weil es mein feines Haar griffig macht und gerade für Hochsteckfrisuren oder einen „lässig, leicht“ aussehenden Dutt besonders griffig macht und in Form bleibt. Es gibt aber auch Tage, an denen ich einfach keine Lust auf Haarewaschen und Föhnen habe und liebe es, um einen leicht fettigen Ansatz zu kaschieren. 

Ich verwende das natürliche und nachhaltig verpackte Trockenshampoo von Puremetics. Das gibt es für helle, dunkle oder auch rote Haare. Auf jeden Fall sparsam einsetzen, sondern sieht das Haar leicht grau aus, da hab ich sie lieber fettig! 

Haaröl

Für eine extra Portion Pflege meiner eher trockenen Haare, nutze ich alle paar Wochen Haaröl. Wer weniger feines und eher volles Haar hat, kann Haaröl auch täglich dünn auf die Spitzen auftragen. Bei meinen feinen Haaren funktioniert das nicht, da sie sofort ölig aussehen, egal wie wenig ich von dem Öl auftrage.

Haaröl hilft bei strapaziertem, spröden und trockenen Haaren. Es  hält die Feuchtigkeit im Haar, pflegt kaputte Spitzen und schützt vor Hitze und Schadstoffen in der Luft.

Bei der Verwendung von Haaröl musst Du darauf achten, dass Du sonst keine Produkte verwendest, die Silikone enthalten. Denn diese legen sich um das Haar und die Pflege kann nicht richtig einwirken.

Welches Öl für Deine Haare am besten funktioniert, musst Du einfach ausprobieren. Olivenöl soll die Haare besonders glänzend machen, Kokosöl ist vor allem für eine trockene Kopfhaut eine Wohltat und es gibt auch fertige Ölmischungen die verschiedene Öle enthalten. 

Ich verwende seit ein paar Monaten das „Tropical Hair Treatment“ von LANI und liebe es sehr. Manchmal lasse ich es auch über Nacht einwirken, ein paar Minuten reichen aber auch schon. Haaröl wirkt am besten, wenn Du es ins noch etwas feuchte, handtuchtrockene Haar einmassierst. 

Haarfarbe

Auch hier gibt es natürliche Produkte die nicht nur schonend, sondern auch extra Pflegend sind. Als ich in Griechenland gelebt habe und meine Haare täglich Sonne und Salzwasser ausgesetzt waren, habe ich lange Zeit die Pflanzenhaarfarben verwendet. Der Färbeprozess dauert etwas länger, aber dafür sind die Haare danach glänzend und gepflegt. Die Pflanzenhaarfarbe gibt es auch in „farblos“, welche die Naturhaarfarbe Deiner Haare zum Glänzen bringt und eine super reichhaltige Kur ist. 

Haarbürste

Meine Haarbürste aus Plastik habe ich lange nicht ausgetauscht, denn das zu verwenden was man bereits hat, ist sicher das nachhaltigste. Aber ich konnte es kaum abwarten bis ich sie los wurde, denn schon nach wenigen Monaten war mir jeder Gegenstand aus Plastik ein Dorn im Auge. Als dann endlich soweit war, durfte eine Haarbürste aus Holz bei mir einziehen. Bei Holz achte ich immer darauf, dass dieses aus nachhaltiger Forstwirtschaft kommt. Dabei muss es nicht immer FSC zertifiziert sein. 

Die FSC Zertifizierung ist sehr teuer und das kann sich nicht jedes Unternehmen leisten. Ähnlich wie mit dem Bio-Siegel. Vieles ist FSC Zertifiziert oder Bio, aber wir als Shop dürfen das z.B. nur dazu schreiben, wenn wir diese Zertifizierungen selbst auch haben. Wir sind Bio-Zertifiziert, aber nicht FSC, weil die Kosten für uns nicht im Verhältnis stehen. Zu unseren Bürsten dürfen wir darum nicht „FSC-zertifiziert“ schreiben, obwohl das Holz „FSC-zertifiziert“ ist. Der Hinweis „aus nachhaltiger Forstwirtschaft“ ist darum für mich bei der Auswahl entscheidend.

Tägliches bürsten durchblutet die Kopfhaut, verteilt Fette und unterstützt damit die Gesundheit Deiner Haare. 10 Minuten werden empfohlen, am besten mit einer Haarbürste aus feinen Borsten wie z.B. Wildschweinborsten.

Wenn Du noch Fragen oder Ergänzungen zum Thema nachhaltige Haarpflege hast, schreib mir gerne oder hinterlasse hier einen Kommentar! 

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